Achtung – Warnung an alle Hunde- und Katzenbesitzer: Ratten- und Mäusegift mit lebensbedrohlicher Wirkung für unsere Vierbeiner auf dem Markt!

Achtung – Warnung an alle Hunde- und Katzenbesitzer: Ratten- und Mäusegift mit lebensbedrohlicher Wirkung für unsere Vierbeiner auf dem Markt!

Diese Woche erreichte die Katzenschutzfreunde wieder ein besonders trauriger, schockierender und zugleich alarmierender Fall aus der Region.

Am Dienstag, 17.09.12019, bemerkte eine aufmerksame Bewohnerin aus Herresbach in der Eifel eine regungslose Katze direkt am Straßenrand. Von weitem schien kein Leben mehr in dem kleinen Körper zu sein. Die Frau benachrichtigte zum Glück umgehend eines unserer Mitglieder aus der Nachbarschaft. Brita Müller und ihr Lebensgefährte Phil Dugmore sind aktiv im Katzenschutz tätig und betreiben eine unserer Pflegestellen. Sie nahmen sich sofort dem Tier an und waren bei näherem Hinsehen entsetzt: Der schwarze Kater lebte noch, lag aber offensichtlich in den letzten Zügen. Die Atmung war flach, die Zunge hing aus dem Maul, die Augen halboffen, aber regungslos. Keiner weiß, wie lange er schon in diesem elenden Zustand um sein Leben kämpfte. Er war bewegungsunfähig und mit Fliegen übersät. In allen Körperöffnungen hatten sich bereits Maden eingenistet.

Sofort wurde er in die AniCura Kleintierklinik nach Mayen gebracht. Während man zuerst von einem Autounfall ausging, wurde dann aber schnell klar, dass es sich um eine Vergiftung im Endstadium handelte. Es wurde alles erdenklich Mögliche unternommen, das Leben der Katze zu retten. Dank vorbildlicher Vorgehensweise der Praxis konnte auch der Giftstoff schnell ermittelt werden: Alpha-Chloralose – ein Ratten- und Mäusegift!

Der Vorfall schockiert uns mal wieder in vielerlei Hinsicht. Immer wieder hören wir von Gifteinsätzen gegen Kleintiere. Entweder bewusst, versteckt in Ködern, aber auch zur Bekämpfung unbeliebter Hausbesucher, wie Mäuse oder Ratten. Vielen Menschen ist leider nicht klar, welche Kettenreaktionen der Einsatz von solchen Giften auslöst. Nicht nur die Nager sterben einen qualvollen Tot. Auch andere Tiere, wie Hunde, Katzen oder Greifvögel, die Mäuse und sonstige Kleintiere auf ihrer Nahrungsliste haben, nehmen durch tote oder verendende Tiere das Gift auf. Die Tiere verbluten aufgrund der gerinnungshemmenden Wirkung der Inhaltsstoffe innerlich. Andere Mittel, wie Alpha-Chloralose, wirken narkotisierend und setzen den Stoffwechsel der Tiere so herab, dass sie an Unterkühlung sterben. Dabei tritt der Tod nicht plötzlich ein, sondern zieht sich über Stunden und Tage in die Länge.  Es gibt diverse andere Möglichkeiten, sich vor einem Mäuse- oder Rattenbefall im Haus und auf dem Grundstück zu schützen und wir bitten eindringlich, den Einsatz solcher Präparate zu überdenken.Übrigens können solche Mittel auch für Kleinkinder lebensbedrohlich sein.      

Weiterhin sind wir mal wieder fassungslos zu hören, dass sich niemand schon früher um den im Sterben liegenden Kater gekümmert hat. Sein erbärmlicher Zustand lässt darauf schließen, dass er schon länger dort lag. Wir können nachvollziehen, wenn aus Zeitgründen oder Bedenken vor hohen Tierarztkosten einem kranken, verletzten oder verwahrlostem Tier nicht geholfen werden kann, nicht aber, wenn einfach weggeschaut wird. Jeder Einzelne hat die Möglichkeit, in einem solchen Fall einen Tierschutzverein zu informieren. Die Katzenschutzfreunde sind fast rund um die Uhr im Einsatz und lassen einen Finder niemals mit einem solchen Tier allein. Ein Anruf genügt und wir werden aktiv. Wir möchten somit noch einmal nachdrücklich dazu aufrufen, sich an uns, die zuständigen Tierheime vor Ort oder Kleintierpraxen zu wenden, wenn ein Tier in offensichtlicher Not gesichtet wird.

Auch möchten wir dringlich auf die Merkmale einer Vergiftung hinweisen. Weist ihr Vierbeiner von jetzt auf gleich eines oder mehrere folgender Symptome auf, ist von einer Vergiftung auszugehen und jede Minute zählt: Heftige Magen- und Darmstörungen, Benommenheit, vermehrter Speichelfluss, neurologische Störungen wie Zittern, Taumeln oder Krampfen, Blutungen in der Haut, Schleimhaut oder Blut in den Ausscheidungen, Atemprobleme, komaähnlicher Zustand. Wenden Sie sich in einem solchen Fall bitte umgehend an einen Tierarzt.   

Unser Fundkater hatte Glück im Unglück. Wenn wundert es, dass er „Lucky“ getauft wurde. Die ersten Tage hing sein Leben an einem seidenen Faden. Er lag im Koma. Seine Körpertemperatur war schon so weit gesunken, dass sie bei der Erstuntersuchung nicht mehr messbar war. Wie durch ein Wunder und Dank der Hilfe seiner Retter scheint er jedoch das Unmögliche möglich gemacht zu haben und hat überlebt. Das Schlimmste ist überstanden und Lucky geht es derzeit den Umständen entsprechenden gut. Wir werden ihn gesund pflegen und hoffen, auch noch seinen Besitzer ausfindig zu machen. Leider ist er nicht gechipt. Wer hierzu Hinweise geben kann oder sich in Form einer Spende an den Behandlungskosten beteiligen möchte, kann sich direkt an uns wenden.

Die Katzenschutzfreunde sind Montags bis Freitags von 9 – 12 Uhr und von 15 – 18 Uhr persönlich unter 02646-915928 zu erreichen. Sollte sich nur der Anrufbeantworter, welcher regelmässig abgehört wird, melden, sprechen Sie bitte darauf und geben Sie unbedingt eine Rückrufnummer an. Auch per E-Mail sind wir unter info@katzenschutzfreunde.de für Sie erreichbar. Geben Sie in der Mail bitte auch eine Telefonnummer an. Weitere Informationen  gibt es hier auf der Webseite.

Luckys Fundort

Lucky in der Klinik

Lucky auf der Pflegestelle