Baily, weiblich, 4 Jahre, Wohnungshaltung oder Freigang

Baily musste in ihrem jungen Leben schon viel durchmachen. Ihre Geschichte ist nicht schön; aber wir wollen sie trotzdem erzählen.

Vor einigen Monaten wurde Baily von einer tierlieben Frau aus einem verwahrlosten Haushalt herausgeholt. Die Frau hatte Mitleid mit Baily, die in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand war. Sie versorgte sie, ging mit ihr zum Tierarzt und ließ sie gegen Flöhe und Würmer behandeln. Als es Baily besser ging und sie auch zugenommen hatte, ließ sie sie kastrieren.

Irgendwann fing Baily an, sich zu übergeben, und als es täglich schlimmer wurde, ging die junge Frau mit ihr zum Tierarzt. Baily wurde mit Antibiotika und Antibrechmittel behandelt. Sie sollte Diätfutter zu sich nehmen; sie bekam Infusionen; es wurde ihr Blut abgenommen; sie wurde geröntgt.

Die Kosten für all die Maßnahmen beliefen sich auf 700€, aber Bailys Zustand besserte sich nicht. Im Gegenteil: Baily bekam Fieber; zum Unglück noch an einem Sonntag, sodass ihre Besitzerin mit ihr in die Notdienstklinik musste. Dort bekam Baily intravenöse Infusionen, wurde stationär behandelt und bekam wieder einen riesigen Medikamentencocktail. Blutabnahmen und weitere Untersuchungen folgten. Sie wurde mit Antibiotika und Schmerzmittel, was oral gegeben werden sollte, nach zwei Tagen entlassen.

Leider fraß sie noch immer sehr schlecht; hinzu kam, dass sie am Tag der Entlassung anfing zu humpeln. Das Beinchen, wo die Infusion vorgenommen wurde, war extrem dick geworden. Auf Nachfrage der Besitzerin in der Tierklinik wurde ihr erklärt, das sei ein Ödem und ginge von allein weg. Die Besitzerin war verzweifelt. Sie meldete sich bei uns und bat um Rat.

Wir haben Baily aufgenommen und erst einmal mit einer flüssigen, hoch kalorischen Ersatznahrung (Reconvales Tonicum) versorgt, da sie nichts mehr alleine fraß. Am gleichen Tag stellten wir sie unserem Tierarzt vor. Mittlerweile war die betroffene Hautstelle eitrig entzündet und zum Teil nekrotisch (abgestorben). Salben und Antibiotika halfen nicht mehr.

Baily hatte hohes Fieber und Schmerzen. Sie wurde stationär aufgenommen und operiert. Die abgestorbenen Hautteile wurden in einer sehr aufwändigen Operation entfernt und die vorhandene Haut mit einer Ersatzhaut vernäht. Da die Stelle unter der Achsel und am Vorderbeinchen lag, war es sehr schwierig, genügend Haut zum Zusammennähen zu erfassen. Doch es gelang. Nach einer stundenlangen, sehr diffizilen Operation konnte Baily geholfen werden; zurück blieb eine große Wunde, die nun verheilen musste.

Es war für Baily und auch für uns eine harte Zeit. Jeden Tag sind wir mit ihr zum Tierarzt gefahren, da die Wunde immer neu verbunden werden musste. Sie musste einen Kragen tragen, der sie beim Fressen behinderte.

Baily bekam unendlich viel Fürsorge und Zuwendung. Und es hat sich gelohnt; der Süßen ging es immer besser. Nach einigen Wochen hatte sie ein normales Fressverhalten; sechs Wochen später konnte endlich der letzte Faden gezogen werden. Nach diesen vielen Wochen der intensiven Betreuung haben wir die Süße sehr in unser Herz geschlossen.

Die ehemalige Besitzerin hatte leider nicht die finanziellen Mittel und auch nicht die Möglichkeit, sich um diese pflegeintensive Katze zu kümmern. Die Kosten sind explodiert und liegen im Bereich von über 4.000€. In diesem Zusammenhang können wir wirklich jedem Katzenbesitzer eine Tierkrankenversicherung empfehlen.

Nun suchen wir für die süße Glückskatze ein wunderbares Zuhause. Baily ist eine ganz feine Katze; sie ist einfach nur lieb, total verschmust, verspielt und bildhübsch. Wir wünschen uns für die Maus eine nette Familie mit Zeit und etwas älteren Kindern oder auch gerne ein älteres Ehepaar, die diese sehr verschmuste Katze aufnehmen. Andere Vierbeiner sollten nicht im Haushalt leben.

Baily kann in Wohnungshaltung oder Freigang vermittelt werden. Diesen sollte sie aber erst nach einer Eingewöhnungszeit von etwa zehn Wochen genießen dürfen; auch muss die Gegend verkehrsberuhigt sein.

Das hübsche Fellnäschen ist kastriert und wird noch geimpft und gechipt. Auf ihrer Pflegestelle in Kempenich wartete Baily auf liebevolle Menschen, die sie verwöhnen und sie die schwere Zeit, die sie erlebt hat, vergessen lassen. Sie hat es mehr als verdient.

Pflegestelle K.K.

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