Jonni, männlich, * April 2019 (geschätzt), Wohnungshaltung

Jonni und das Weihnachtswunder

Weihnachten ist die Zeit der Wunder und der Märchen. Und auch wenn die Geschichte unseres Katers Jonni weit vor Weihnachten beginnt, so kann sie doch fast schon als Weihnachtsmärchen betrachtet werden.

Der kleine etwa acht Monate alte Kater wurde in Burgbrohl in einem erbärmlichen Zustand gefunden: voller Parasiten, abgemagert, dehydriert, total erschöpft – und, was das Schlimmste war: schwer verletzt. Er konnte nicht laufen, zog die Hinterbeine hinter sich her; Verletzungen, die wahrscheinlich durch einen Autounfall verursacht wurden. Tierliebe Menschen informierten uns, und wir haben ihn spätabends aufgenommen. Am nächsten Tag sind wir sofort mit ihm zum Tierarzt gefahren. Die Diagnose war erschreckend: zweifache Beckenfraktur und Oberschenkelhalsbruch, Kreuzdarmbeinluxation bei Ischias- Schädigung; der Muskel des Hinterbeines war zum Teil abgebaut, so dass die Tierärztin daraus schloss, dass der arme Kerl schon eine Weile diese schlimmen Verletzungen hatte.

Einige Tage später wurde Jonni operiert. Es wurde eine Femurkopfresektion vorgenommen, gleichzeitig wurde er kastriert. Denn Jonni war weder kastriert, noch gechipt, als wir ihn gefunden haben, obwohl er in einer Gegend lebte, in der es die Katzenschutzverordnung gibt. Er war einer der vielen herrenlosen Katzen, um die sich keiner kümmert, die niemand vermisst, die wenige Chancen auf Überleben haben – und man darf sich nicht vorstellen, wie es ihm ergangen wäre, wenn man ihn nicht gefunden hätte.

Aber nun ist Jonni auf dem besten Weg der Besserung. Der Süße hat klaglos und tapfer alle Behandlungen ertragen; auch die vier Wochen im Käfig hat er ohne zu murren ausgehalten. Dank der liebevollen Pflege der Physiotherapeutin hat sich Jonnis Gesundheitszustand stark verbessert. Zog er nach der Operation den linken Fuß noch hinter sich her, da seine Zehen stark gekrümmt waren, so kann er jetzt nach vielen Wochen den Fuß wieder gerade aufstellen. Dies gelang durch die Stimulierung seiner Zehen mit Hilfe einer elektrischen Zahnbürste. Jonni selbst hat auch ganz fleißig laufen geübt. Geholfen hat ihm dabei eine Bandage, die um seinen Bauch gewickelt wurde und die sein Gewicht abfing. Und es hat sich gelohnt: Die Röntgenaufnahmen bestätigen, dass Jonni weiter seine Muskeln aufbauen kann; er darf nun aus dem Käfig heraus und kann umhergehen; springen darf er aber noch nicht. Und er muss weiter üben, was er auch ganz brav zusammen mit seiner Pflegemama macht; auch seine Medikamente nimmt er anstandslos.

Jonni ist ein ganz liebenswerter kleiner Katermann, der sich auch verhält wie jeder junge Kater. Er ist munter, verspielt, lebhaft und fröhlich. Nichts erinnert mehr an das kleine Häufchen Unglück, das er war, als er zu uns kam. Und auch seine Verletzungen heilen gut. Die Verknorpelung des Hüftgelenkes findet so weit statt, dass man in einigen Monaten Jonni sehr wahrscheinlich nicht mehr ansieht, dass er so einen schweren Unfall hatte.

Der tapfere Kämpfer hat ein schönes Zuhause bei lieben Menschen mehr als verdient. Er ist nur lieb, sehr anhänglich und verschmust, noch dazu sozial und einfach wunderschön. Aufgrund seines Unfalls vermitteln wir ihn nur in Wohnungshaltung. Ein vernetzter Balkon wäre ein Traum, ist aber keine Bedingung. Damit es dem Katzenjungen aber in der Wohnung nicht langweilig wird, sollte nette, soziale Katzengesellschaft auf ihn warten.

Jonni freut sich auf seiner Pflegestelle in Gierschnach auf Ihren Besuch. Gern vereinbaren wir einen Besuchstermin. Bitte melden Sie sich über unsere Hotline oder schicken Sie uns eine Mail mit ihren Kontaktdaten an info@katzenschutzfreunde.de

Es wäre so schön, wenn sich bald die richtigen Menschen für den Süßen fänden. Dann wäre das Weihnachtsmärchen vollendet.

Pflegestelle M.B.

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