Happy-End Geschichte von Kater Max - mit Lerneffekt

Hier eine Neujahrs-happy-End-Geschichte vom ehemals vermissten Kater Max aus der Sicht seines Besitzers💫🐈

Die Geschichte (…mit Lerneffekt) beginnt 2024, als wir aus dem Tierschutz zwei Maine-Coon-Kater namens Max und Moritz übernehmen. Die Brüder fühlen sich auf Anhieb wohl bei uns🐈🩵🐈 Aufgrund unserer Wohnlage war sofort klar, dass die beiden nach der Eingewöhnungszeit in den Freigang dürfen. Max und Moritz genießen das sehr und bleiben im nahen Umfeld unseres Hauses.

Dann kommt Dienstag, der 9. Dezember 2025. Kurz nach 19.00 Uhr tritt Max seine gewohnte Abendrunde an. Bei der Mitternachtsfütterung bemerken wir, dass Max noch nicht da ist. Die „Nachtfütterung“ stellte bislang sicher, dass die Katzen spätestens zur Fütterung nach Hause kommen und dann auch drinnen bleiben. Das Konzept geht eineinhalb Jahre auf, aber heute ändert sich alles – warten und rufen hilft nichts, Max bleibt verschwunden.
💬Als er um 03.00 Uhr noch nicht aufgetaucht ist, mache ich mich auf zur ersten Suchrunde. Am Mittwochmorgen läuft bei Tageslicht die Suchmaschinerie an:
📱💻Meine Frau telefoniert herum, stellt Bilder und Text für eine Tasso-Suchmeldung sowie Facebook, etc. zusammen und ich klappere die Nachbarschaft, Gärten und angrenzenden Weinberge ab – alles ergebnislos.
Immerhin: Im Rahmen der Absuche finden sich keine Blut- oder Unfallspuren auf der Straße und auch die Anrufe bei Polizei und Tierheim liefern keine Anhaltspunkte für Schlimmeres.

🏘️🏘️Am Mittwochabend schwärmen wir zu dritt zum „Klingelputzen“ in der Nachbarschaft aus, führen viele Gespräche und verteilen Zettel mit Foto und Daten zum vermissten Max. Auch ein weiterer Spaziergang in der Nacht zum Donnerstag führt nicht zum Erfolg (Denkansatz: Nachts sieht man weniger, aber die Geräuschkulisse des Alltags ist weg und Katzengeräusche/miauen sind eher zu hören, wenn die Katze die eigenen Rufe hört und darauf reagiert.).

Am Donnerstag gehe ich erneut von Haus zu Haus, insbesondere zu den bisher nicht erreichten Anwohnern. Ich stoße durchweg auf sehr viel Verständnis und in fast allen Fällen darf ich auch die Grundstücke und Gärten absuchen.
Hervorzuheben ist hier der Geschäftsführer eines Gewerbebetriebes in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Er nimmt sich fast eine halbe Stunde Zeit, mit mir die zahlreichen Büro-, Verwaltungs-, Werk- und Lagerräume abzugehen.
Beim Nachtspaziergang am Donnerstag werde ich unterstützt und begleitet von „Katzenflüsterin“ Evelyn. Neben ergänzenden Suchansätzen und Tipps für das weitere Vorgehen, vermittelt sie uns aufgrund ihrer umfangreichen (positiven) Erfahrungen vor allem wieder Hoffnung. Dennoch endet auch der Donnerstag letztlich ohne Spur von Max. 

Am Freitagmorgen klingelt gegen 08 Uhr das Handy. Der bereits angesprochene Geschäftsführer aus der Nachbarschaft teilt mit, dass er soeben in der großen Lager- und Werkhalle der Firma eine Katze gesehen und aufgeschreckt hat. Er sei sich sehr sicher, dass es sich dabei um unseren Kater Max gehandelt haben dürfte.
Nach weiteren 10 Minuten des Suchens und Rufens in der unmittelbaren Umgebung höre ich das ziemlich klägliche aber ersehnte Maunzen einer Katze. Max sitzt mitten auf dem Mitarbeiterparkplatz der besagen Firma, vielleicht noch 15 Meter von seinem Zuhause entfernt.
Nach drei Tagen hieß es für uns endlich „ENDE GUT, ALLES GUT“. 

Max wirkt etwas verstört und das Fell ist etwas mehr verdreckt als sonst, aber er ist körperlich unverletzt.

Eine große Lehre und Erfahrungsgewinn war für mich insbesondere Folgendes:
Ich hatte die betreffende Werkhalle nicht abgesucht, obwohl bzw. gerade weil sie kaum 50 Meter von unserem Haus entfernt liegt. Die Halle ist zwar über Nacht verschlossen, aber tagsüber bzw. während der Betriebszeit stehen die Tore stundenlang offen. Häufig ist dann keine Menschenseele da und erst recht kein Betriebslärm o.ä.  Angesichts dieser Gegebenheiten erschien es mir undenkbar, dass unser Kater sich tagelang in einer frei zugänglichen Halle verkriecht – nur 50 Meter von seinem zu Hause entfernt.

Max muss m.E. am Dienstagabend ein traumatisches Erlebnis gehabt haben, das ihn zu diesem instinktgesteuerten Rückzugsverhalten getrieben und ihn in einer Schockstarre gehalten hat. Scheinbar löste sich die Starre erst nach mehreren Tagen, wenn Hunger und Durst die Oberhand gewonnen und Max wieder reaktionsfähig geworden war.

Der positive Verlauf und das beschriebene „Schockstarre-Phänomen“ soll allen Mut machen, die irgendwann in die gleiche Situation kommen.
Indes, die durchlebten Sorgen und Ängste während der Tage der Ungewissheit werden auch dieses Wissen und vielfach gemachte ähnliche Erfahrungen nicht verhindern können…

Wir sind sehr froh, dass die Geschichte als happy-End-Geschichte ausging und wünschen allen Zwei- und Vierbeinern noch einen guten und gesunden Start in das neue Jahr!