Katzenschutzfreunde schlagen Alarm: Die Not der Katzen wächst immer weiter

Die Situation bei den Katzenschutzfreunden ist prekär: Der Verein betreut momentan 103 Katzen, darunter 77 Kitten. An fünf Fangstellen gleichzeitig wurden kürzlich verwilderte Katzenpopulationen gesichert. Unter den Tieren wurden immer mehr Jungkatzen entdeckt. Gleichzeitig fehlen Pflegestellen sowie räumliche und personelle Kapazitäten, um die vielen Katzen aufzunehmen. Aber gerade jetzt entscheidet sich, ob aus den jungen Katzen im kommenden Jahr eine neue Generation von Straßenkatzen wird.
Das bedeutet: Jede Woche zählt. Das verdeutlicht das große Fortpflanzungspotenzial. Eine unkastrierte Katze kann mehrfach im Jahr Nachwuchs bekommen, durchschnittlich 3-6 Kitten je Wurf. Aus zwei unkastrierten Tieren entsteht so innerhalb kurzer Zeit eine große Katzenfamilie.
Dramatisch wird die Situation, wenn die verwilderten Katzen im Herbst nicht gesichert und trächtig werden. Dann werden die Babys in einer Zeit geboren, in der die Bedingungen draußen hart sind. Eine frei lebende Katzenmutter hat keinen geschützten, warmen Raum und keine verlässliche Nahrungsversorgung, wie sie es als Haustier braucht. Ihre Jungen sind Kälte, Nässe, Hunger, Parasiten und Krankheiten ausgesetzt. Unzählige Jungtiere können von ihren geschwächten Müttern nicht ausreichend versorgt werden und sterben bereits kurz nach der Geburt oder in den ersten Lebensmonaten. Andere werden zwar gefunden, kommen aber in so schlechtem Zustand zu den Katzenschutzfreunden, dass jede Rettung zu einem Wettlauf mit der Zeit wird. Und Rettung benötigt Platz und Geld.

Genau hier stehen die Katzenschutzfreunde vor großen Problemen. Die Tiere müssen gesichert werden – aber wohin mit ihnen, wenn alle Institutionen voll sind? Hierfür werden dringend Pflegestellen gesucht. Menschen, die ein Zimmer für die Katzen zur Verfügung stellen, bis sie vermittelt werden. Zudem kostet all dies viel Geld – Tierarzt, Futter, Streu, Medikamente etc.
Die wachsende Zahl frei lebender Katzen bringt die Tierschutzvereine an ihre Belastungsgrenzen und der Grund sind unkastrierte Freigängerkatzen. Es kann nicht die Lösung sein, dass wenige Menschen eine Aufgabe auffangen, die durch unkontrollierte Katzenvermehrung immer größer wird. Die Lösung ist die Kastration, eine flächendeckende Katzenschutzverordnung mit Kastrationspflicht sowie angemessene, finanzielle Unterstützung. Die Praxis zeigt deutlich, dass Kommunen auf die Hilfe engagierter Tierschutzvereine angewiesen sind, insofern sollte diese Arbeit auch finanziell von den Städten und Gemeinden unterstützt werden. Tierheime werden von den Gemeinden durch eine Fundtierzulage unterstützt. Die Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel e. V. erhalten diese Unterstützung nicht und sind auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen. Tierschutz darf nicht erst dann beginnen, wenn die ersten schwer kranken Kitten gefunden werden und es zu spät ist. Wer sich vorstellen kann, als Pflegestelle eine Katze bis zur Vermittlung aufzunehmen, meldet sich gerne bei den Katzenschutzfreunden.